Günter Kluge hat zum 31. März seinen Rücktritt als Presbyter und Bauausschussvorsitzender erklärt – vielleicht sagt man besser: aufgrund von anderen Verpflichtungen leider erklären müssen.
Ersten Kontakt zur Gemeinde hatte er über den Kindergarten gefunden. Dann wurden seine beiden Kinder hier konfirmiert und in dieser Zeit hat es sich wohl ergeben, dass er unverzichtbarer Grillmeister beim Osterfeuer wurde. Vor sich eine unübersehbare Schlange runter bis zur Kupferdreher Straße aus Eltern, Großeltern, Kindern, Jugendlichen, Konfirmanden und Teamern, alle geduldig wartend an Günthers Grill gesättigt zu werden.
Wer sich so engagiert und exponiert, der hat bald keine Widerstandskräfte mehr, den sanften, aber unerbittlichen Werbe- und Lockrufen aus den gemeindlichen Gremien zu widerstehen: Von der Bratwurst unten im Bogengang verschlägt es ihn hoch oben unter das Dach der Christuskirche, wo er sich mal eben um die Erneuerung der Elektrik kümmert. Oder tief unter die Erde in den Heizungskeller der Kirche, befasst mit Thermostaten, Verbräuchen und all dem, was der Kirchenkreis so in die Gemeinden kippt. Konzentrierte Bauausschusssitzungen unter der Orgelempore, etliche Jahre als Presbyter im Gartenzimmer, ein Kümmerer im besten Sinne des Wortes. Immer da, wenn man ihn braucht. Fahrrad unter der Linde? Ach ja, Herr Kluge!
Das ganze Klein-Klein, das niemand sieht, eigentlich immer im Hintergrund, immer nur die Organisation, nie die Show. Besonnen, strukturiert, vernünftig, stets das Naheliegende und Notwendige im Blick, in weiser Beschränkung auf das Realisierbare. Nicht die hochfliegenden Ideen und Konzepte, aus denen dann am Ende doch nichts wird.
Vielen Dank für alles und vor allem dafür, dass er trotzdem weiter im Bauausschuss mitarbeiten wird.
