Die Kapelle auf dem Friedhof der Gemeinde ist eine Landmarke.
Aber sie ist nicht nur das: Sie ist auch ein wunderschön gelegenes, denkmalgeschütztes Gebäude, mit dem sich für viele Gemeindeglieder Erinnerungen an bewegende Abschiede verbinden.
Obwohl es seiner architektonischen und emotionalen Bedeutung würdig gewesen wäre, haben die für den Friedhof Verantwortlichen sich um die Erhaltung viele Jahre nicht gekümmert.
Es wurden zwar mehrfach Architektengutachten in Auftrag gegeben, die dann astronomische Summen für eine Renovierung ergaben – aber umgesetzt wurde nichts.
Es war, als hätten diese Zahlen die Verantwortlichen in Schockstarre versetzt.
Desinteresse, Überlastung durch andere Aufgaben, Unklarheit bei den Zuständigkeiten, Lähmung durch die prekäre finanzielle Situation des Friedhofs – all diese Gründe mögen ihren Teil zu diesem jahrelangen Stillstand beigetragen haben.
Dass es auch ganz anders gehen kann, zeigen jetzt Bernd Schmidt-Knop und Hermann Steins.
Nüchtern und pragmatisch, mit gesundem Menschenverstand und kostenbewusst nehmen sie die erforderlichen Maßnahmen in Angriff.
Nicht die unfinanzierbare und damit unrealistische Maximallösung streben sie an, sondern eine sehr langfristig angelegte Sanierung in ganz kleinen Schritten, die aber immer auch finanziell und personell zu bewältigen sind.
Mit unermüdlichem „Networking“, mit Phantasie und vielen unkonventionellen Ideen haben sie einfach losgelegt und dabei gleich schon zwei verlässliche Mitstreiter gewonnen: Vera Salm, die jetzt beinahe täglich nach der Kapelle sieht, für die Belüftung sorgt, entrümpelt, aufräumt,
und Wolfgang Fröhlich, einen pensionierten Elektriker, der auch noch viele andere handwerkliche Fähigkeiten mitbringt.
Verfallen lassen und Herausnahme aus dem Denkmalschutz – dieser Vorschlag zum Umgang mit der Kapelle ist dank des ehrenamtlichen Engagements dieses Teams erst mal vom Tisch.
Im Grunde könnte hier so etwas Ähnliches entstehen wie in Werden rund um das Gartenhaus Dingerkus.
Wem also diese kleine Kostbarkeit in exponierter Lage am Herzen liegt, hat jetzt die Gelegenheit, sich zu engagieren.
Nicht nur die Dachreparatur steht an, auch Innenraum, Fenster und Fassade müssen gestrichen werden.
Benötigt werden Geldspenden und Sachspenden, aber genauso auch handwerkliche Leistungen.
Jetzt besteht die Chance, ein Projekt zu unterstützen, bei dem man am Ende ein schönes Ergebnis sieht – und das nicht nur die evangelischen Gemeindeglieder, sondern den ganzen Stadtteil und hoffentlich auch noch spätere Generationen erfreuen wird.
Ansprechpartner:
Vorsitzender des Presbyteriums, Falko Wieneke – Kontaktdaten siehe Seite 22
Reinhard Laser

