Spenden sammeln für die Gemeinde

Ingeborg Rheinisch ist die letzte, die im Dezember noch von Haus zu Haus geht und in den Straßen, in denen sie den Gemeindebrief austrägt, anklingelt und um eine Spende für die Gemeinde bittet.

Früher waren es deutlich mehr Austrägerinnen und Austräger, die dies im Rahmen der sogenannten „Diakoniesammlung“ übernommen haben. Da heute viele weniger Zeit haben und Gemeindeglieder schwieriger anzutreffen sind, liegt diese Aufgabe inzwischen leider allein bei Frau Rheinisch.

Dabei trifft sie durchaus auf ein Bedürfnis: Wenn ein Jahr lang zuverlässig der Gemeindebrief im Briefkasten lag, möchten manche dafür gern mit einer Spende danken.

Lange Zeit wurde das gesammelte Geld zur Hälfte an das Diakoniewerk Essen weitergegeben, die andere Hälfte blieb in der Gemeinde. Damit waren viele nicht einverstanden – sie hätten es lieber gesehen, wenn die Spenden vollständig der eigenen Gemeinde zugutekämen.

Vor einigen Jahren hat man sich daher vom Konzept der „Diakoniesammlung“ verabschiedet. Frau Rheinisch entscheidet nun gemeinsam mit dem Pfarrer, für welchen gemeindlichen Zweck die eingegangenen Spenden verwendet werden – etwa für die Jugendarbeit oder die Kirchenmusik. Seitdem steigt das Spendenaufkommen kontinuierlich.

So gern Frau Rheinisch diese Aufgabe übernimmt und so sehr ihr Besuch von vielen erwartet wird: Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Manche Gemeindeglieder trifft sie nicht sofort an und versucht es ein zweites Mal. Bei anderen kommt sie ohne längeres Gespräch nicht davon.

Auf diese Weise ist sie für viele das Gesicht der Gemeinde und hält die Verbindung zu ihnen. Das ist ein kaum wahrgenommener und wenig gewürdigter Dienst. Darum sei ihr an dieser Stelle einmal ausdrücklich gedankt.

Es wäre schön, wenn dieser Bericht vielleicht auch andere anregen könnte, sich an der Sammlung zu beteiligen.