Christi Himmelfahrt in der Pieperbecke

Eigentlich war an Christi Himmelfahrt ein großer Gottesdienst auf unserem Kirchengelände rund um die Christuskirche geplant. Viele Gemeinden aus dem Südosten Essens wollten kommen. Es hatte ein großes Vorbereitungstreffen gegeben. Aber in Zeiten von Corona wurde bald klar, mehrere hundert Menschen dürfen nicht zusammenkommen.

Haben wir überhaupt noch die Möglichkeit für einen Gottesdienst? In den Kirchen waren sie abgesagt. Welche Ideen gibt es? Pfarrer Laser hatte schon immer vorgehabt, in der Seniorenresidenz Pieperbecke einen Gottesdienst zu feiern. Wie lässt sich das unter den Bedingungen von Corona verwirklichen? Lange Zeit war es unsicher, ob wir überhaupt zu einem Gottesdienst einladen dürfen.

Wir haben dann gemeinsam Bedingungen für Pieperbecke entwickelt: es wird ein Gottesdienst im Freien, der durch eine große Lautsprecheranlage in den Wohnungen gehört werden kann. Wer im Freien den Gottesdienst mitverfolgen möchte, kann dies gerne tun. Aber, damit die Menschen nicht dicht gedrängt stehen, laden wir nur kurzfristig mit Handzetteln in den Briefkästen ein.

Und was als Notlösung gedacht war, wurde ein wunderschöner Gottesdienst: endlich nach langer Pause durften wenigstens einige Menschen auf die Balkone und Terrassen treten und miteinander etwas tun. Wir konnten Gottesdienst feiern. Wir konnten uns aus den Wohnungen wagen. Und das Wetter spielte mit.

Der Jugendleiter Michael Dörnenburg hatte eine große Lautsprecheranlage aufgebaut, die wirklich den gesamten Innenhof beschallen konnte. Eine Band war gar nicht nötig. Unsere Organistin, Frau Wagner, erfüllte mit ihrer Querflöte (über die Lautsprecher) den Hof mit Musik. Wer weit genug Abstand hielt, durfte bei den Liedern mitsingen.

Ein Tisch wurde zum Altar. Dank nochmals den Mitarbeitenden der Diakonie für die Unterstützung. Pfarrer Laser und Pfarrer Weidemann leiteten gemeinsam den Gottesdienst. In der Predigt ging es um Schmetterlinge, neues Leben nach langer Schockstarre.

Wir hielten wegen Corona Distanz. Und dennoch spürten wir die Verbundenheit untereinander. Gerne wären wir noch zusammen geblieben zu Gesprächen, am besten bei einem gemeinsamen Frühschoppen. Aber der Virus sollte keine Chance bekommen.

Für Pieperbecke war es ein wunderschöner Anfang. Der Wunsch der Menschen ist da, auch künftig Gottesdienste dort zu feiern, gemeinsam, im Team, mit vielen Menschen aus der Gemeinde. Und: Covid-19 wird nicht eingeladen.

Pfarrer Markus Weidemann